Das Energierad
In Studien wurde nachgewiesen, dass durch den Einsatz des Energierades die Gefahrenerkennung um ca. 30 % verbessert wird.
Eine Voraussetzung dafür, dass Beschäftigte „das Richtige“ tun, ist, dass sie die Situation, in der sie sich befinden, und deren Entwicklung richtig einschätzen. Schätzen sie eine Situation und deren Entwicklung falsch ein, werden sie auch ihre Entscheidungen und Handlungen an diesem mangelnden Situationsbewusstsein ausrichten und dadurch Fehler machen.
Eine Hürde bei der Entwicklung des Situationsbewusstseins ist das Erkennen der Gefahr: Beschäftigte erkennen nur etwa 45 % der Gefahren, denen sie am Arbeitsplatz ausgesetzt sind. Diese blinden Flecken sind konsistent und vorhersehbar – unabhängig von Beruf, Erfahrung oder Ausbildung.
Es gibt Gefahren, die instinktiv erkannt werden, da sie wenig kognitive Anstrengung erfordern, z. B. Schwerkraft oder kinetische, d.h. Bewegungs-Energie.
Andere Gefahren werden oft übersehen: Sie müssen im Gehirn verarbeitet werden und erfordern einen relativ hohen kognitiven Aufwand. Beispiele sind mechanische und chemische Gefahren oder Druck.
Das Energierad gibt einen visuellen Überblick über die 10 Energiearten, die am häufigsten zu schweren oder tödlichen Verletzungen führen. Es hilft unserem Gehirn auf die Sprünge, indem wir es nach der intuitiven Gefahrenermittlung zu Rate ziehen. So unterstützt es beispielsweise bei Last-Minute Risk Assessment oder im Rahmen von Unfallanalysen.
Gut zu wissen
Ich nutze das Rad sehr gerne bei den Trainings zur Unfallanalysemethode Tripod Beta, um Teilnehmer bezogen auf mögliche Energien zu sensibilisieren, und habe das englischsprachige Original daher auf Deutsch übersetzt.
Danke! Für das Originalfoto an Pexels-Pixabay
Quelle: Matthew R. Hallowell (2021): The Energy Wheel. The Art & Science of Energy-Based Hazard Recognition. Abgerufen unter: https://www.safetyfunction.com/energy-based-safety
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